Zwei namenlose Katzen
Man könnte fast schreiben: Es begab sich mal wieder … Und das wäre gar nicht so falsch. Mal wieder klingelte das Telefon. Und mal wieder war ich mit meinem Helfersyndrom gleichzeitig Opfer und Retter.
Am anderen Ende war ein sehr netter Herr. Er fragte, ob ich kurzfristig zwei Katzen zu Hause betreuen könne. Die Besitzerin sei spontan ins Krankenhaus gekommen. Er selbst sei der gesetzliche Betreuer, es gebe keine Angehörigen, Und er könne die Versorgung der Katzen nicht übernehmen. Geplant waren etwa acht Tage.
Aus Erfahrung fragte ich vorsichtig nach dem Zustand der Wohnung.
Alte Dame, allein, Katzen – da werde ich hellhörig. Er versicherte mir, alles sei in Ordnung. Bei seinem letzten Besuch jedenfalls. Heute frage ich mich, wann dieser letzte Besuch wohl gewesen war.
Ich sagte zu. Stichwort: helfen.
Da ich selbst nicht in Bonn war, bat ich meine Mitarbeiterin Christa, sich mit dem Betreuer zu treffen, den Schlüssel zu übernehmen und die mobile Betreuung zu starten. Christa – Fels in der Brandung – sagte sofort zu. Unerschrocken, wie sie ist.
Sie traf sich mit dem Betreuer. Er gab ihr den Schlüssel zur Wohnung. Hatte es eilig.
Und dann kam es, wie es kommen musste. Ein Blick in die Wohnung – und der Fluchttrieb setzt ein [...]