Aggression – die getarnte Angst
Katzen sind nicht böse. Im Gegenteil: Sie sind die friedlichsten Tiere, die ich kenne.
Im Vergleich zu Hunden würden Katzen niemals spontan beißen. Sie handeln nicht impulsiv. Nicht kopflos. Nicht ohne Vorwarnung.
Katzen sind sehr darauf bedacht, dass Situationen friedlich gelöst werden. Wenn sie andere Wege sehen, nutzen sie diese. Rückzug, Erstarren, Meiden, Warnen – all das kommt lange vor Angriff.
Oft wird behauptet, Katzen seien Einzeltiere. Das ist schlicht falsch. Katzen sind sozial – nur eben anders als Hunde. Sie brauchen keine permanente Nähe, aber sie kommunizieren konstant. Leise, differenziert und sehr eindeutig – wenn man gelernt hat, zuzuhören.
Aggression entsteht bei Katzen nicht aus Bosheit, sondern aus Ausweglosigkeit. Manche Katzen haben traumatische Erfahrungen gemacht, haben gelernt, dass ihnen niemand zuhört oder dass Nähe Gefahr bedeutet. Wenn ihnen dann erneut keine Wahl gelassen wird, bleibt manchmal nur noch Angriff. Nicht, weil sie wollen – sondern weil sie müssen.
Deshalb ist für jeden, der mit Katzen arbeitet, eines unerlässlich: Katzensprache kennen und respektieren. [..]